Äußerlichkeiten

Was Überraschendes herausgefunden? Ist der Islam doch anders, als Du denkst? (für Gäste lesbar.)
malaika

Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von malaika »

Anisah hat geschrieben:Dafür reicht es allerdings oft schon, ein großes silbernes Kreuz um den Hals zu tragen. Ich hab eins von meiner Mutter geerbt und ein paar Mal versucht, es auch zu tragen, es aber vor Jahren schon aufgegeben weil mir die Reaktionen der Leute auf die Nerven gingen. Viele gucken ja heutzutage schon blöd, wenn man ihnen ein gesegnetes neues Jahr wünscht.
OT ... oder vielleicht auch nicht ...

In Ägypten tragen die Christen oft sehr dicke, auffällige Kreuze, von den Kreuz-Tätowierungen und Heiligen-Bildchen / Postern in Geschäften, Taxen etc. mal ganz abgesehen. Meine ganz persönliche Theorie ist, dass in einem Land, wo die muslimische Mehrheit ihre Religion oft sehr demonstrativ, wie ein Abzeichen, nach außen trägt, die Christen nicht zurückstehen wollen.
:confused:
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Dua
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von Dua »

killyfisch hat geschrieben:Mir sagte mal jemand, dass eine Muslimin, wenn sie Kopftuch trägt, total die Hosen runterlässt :lol: - weil sie ja ihren Glauben offen zeigt und sich damit angreifbar macht. Die Formulierung fand ich nett :)
Deswegen lege ich die Sure "Damit sie erkannt und nicht belästigt werden" eben auch in meinem Sinne aus.
Ich trage kein Kopftuch,weil ich nicht erkannt und demnach auch nicht belästigt werde... :juggle:
Auf der anderen Seite fühle ich mich in Ägypten mit Tuch pudelwohl,weil ich dort in einem Umfeld bin,wo es genau umgekehrt ist.
Wer die Ärmsten dieser Welt gesehen hat, fühlt sich reich genug, zu helfen. (Albert Schweitzer)
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starlight1210
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von starlight1210 »

Dua,

geht mir genauso, allerdings in Algerien. Wieder eine Gemeinsamkeit. :D
Salam aleikum



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Hiyam
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von Hiyam »

das einzige was auffällt: die Leute reagieren nicht mehr so oft in derselben weise wie früher ...

Ich trage kein KT die meiste Zeit, aber im Winter schlinge ich eine Pashmina um den Kopf, damit ich schön warm verpackt bin. Es gibt Geschäfte, da kann ich mich ohne Pashmina auf dem Kopf von "hilfsbereiten" (=aufdringlichen) :roll: Verkäuferinnen kaum retten. Mit Pashmina auf dem Kopf SEHEN sie mich gar nicht :D
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von Arife »

malaika hat geschrieben:
Anisah hat geschrieben:Dafür reicht es allerdings oft schon, ein großes silbernes Kreuz um den Hals zu tragen. Ich hab eins von meiner Mutter geerbt und ein paar Mal versucht, es auch zu tragen, es aber vor Jahren schon aufgegeben weil mir die Reaktionen der Leute auf die Nerven gingen. Viele gucken ja heutzutage schon blöd, wenn man ihnen ein gesegnetes neues Jahr wünscht.
OT ... oder vielleicht auch nicht ...

In Ägypten tragen die Christen oft sehr dicke, auffällige Kreuze, von den Kreuz-Tätowierungen und Heiligen-Bildchen / Postern in Geschäften, Taxen etc. mal ganz abgesehen. Meine ganz persönliche Theorie ist, dass in einem Land, wo die muslimische Mehrheit ihre Religion oft sehr demonstrativ, wie ein Abzeichen, nach außen trägt, die Christen nicht zurückstehen wollen.
:confused:
Ja in Deutschland scheint es nicht so in zu sein seine Religion, oder Religion überhaupt, zu zeigen oder nur zu nennen. Man gilt ja schon fast als lächerlich wenn man sich zu Gott bekennt - meine Wahrnehmung.
Allerdings sehe ich doch ab und zu dass Frauen (verschiedensten Alters) ein kleines goldenes Kreuz an der Kette tragen. Vielleicht viele nur weil es auch ein modischer Trend ist, aber dennoch bindet man sich ja nicht ausgerechnet ein Kreuz um wenn man nicht was damit sagen will, da gäbe es ja noch viele andere Anhänger.
adaia

Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von adaia »

Hiyam hat geschrieben:
das einzige was auffällt: die Leute reagieren nicht mehr so oft in derselben weise wie früher ...
Ich trage kein KT die meiste Zeit, aber im Winter schlinge ich eine Pashmina um den Kopf, damit ich schön warm verpackt bin. Es gibt Geschäfte, da kann ich mich ohne Pashmina auf dem Kopf von "hilfsbereiten" (=aufdringlichen) :roll: Verkäuferinnen kaum retten. Mit Pashmina auf dem Kopf SEHEN sie mich gar nicht :D
Tatsächlich? Ich bin seit Wochen nur mit Mütze oder Amira (eindeutig als muslimische Bekleidung zu erkennen) unterwegs und ich erkenne keinerlei Unterschied in der Reaktion bzw. in der Interaktion mit anderen Menschen.
Liegt das an meinem Verhalten (wie immer) oder an meiner Umgebung hier in Bayern?
Anisah

Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von Anisah »

Arife hat geschrieben:Ja in Deutschland scheint es nicht so in zu sein seine Religion, oder Religion überhaupt, zu zeigen oder nur zu nennen. Man gilt ja schon fast als lächerlich wenn man sich zu Gott bekennt - meine Wahrnehmung.
Ja, so fühlt es sich für mich an. Muslim zu sein provoziert, aber auch offensichtliches Christsein ist uncool und scheint die meisten Menschen nachhaltig zu stören - vielleicht haben sie auch einfach nur ein schlechtes Gewissen?

Ich sag mal wieder danke für Eure Beiträge, mir geht langsam ein ganzer Kronleuchter auf. Passt gut zum "Wie streng muss..." Thread finde ich: Glaube erfordert Mut, heimlich zu glauben ist mMn sinnlos, es muss durch meine Persönlichkeit spürbar werden. "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen" steht irgendwo in der Bibel, das ist für mich ein Schlüssel geworden, alhamdulillah.
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von Elisabeth »

adaia hat geschrieben:Tatsächlich? Ich bin seit Wochen nur mit Mütze oder Amira (eindeutig als muslimische Bekleidung zu erkennen) unterwegs und ich erkenne keinerlei Unterschied in der Reaktion bzw. in der Interaktion mit anderen Menschen.
Liegt das an meinem Verhalten (wie immer) oder an meiner Umgebung hier in Bayern?

Geht mir übrigens genau so -ich trag auch manchmal Mütze und werde nicht anders behandelt als mit KT.

Meine ersten Ohrringe waren kleine goldene Kreuze. Ich fand sie einfach schön - war gar nciht religiös.

Aber meine Tante (Nonne!) war gleich hellauf bgeistert, für sie war es ein Frömmigkeitszeichen - was mich geärgert hat, denn ich fand das gar nciht. Wollte damals auch alles anders als fromm aussehen.
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von Dua »

adaia hat geschrieben:Tatsächlich? Ich bin seit Wochen nur mit Mütze oder Amira (eindeutig als muslimische Bekleidung zu erkennen) unterwegs und ich erkenne keinerlei Unterschied in der Reaktion bzw. in der Interaktion mit anderen Menschen.
Liegt das an meinem Verhalten (wie immer) oder an meiner Umgebung hier in Bayern?
Ich glaube,das hat auch sehr etwas mit der inneren Einstellung zu tun.Wenn ich früher mal mit KT unterwegs war,um es auszuprobieren,deutete ich jede Kleinigkeit mit "Das ist,weil ich KT trage".Inzwischen bin ich selbst lockerer und die Leute sind eigentlich nicht anders zu mir,als ohne KT.
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von nurhrii »

Das Kopftuch: Der Stoff, aus dem Vorurteile sind

Das Kopftuch: Symbol der Unterdrückung muslimischer Frauen – oder unentbehrliches Requisit eines islamischen Feminismus? Ein Debattenbeitrag.

http://diepresse.com/home/spectrum/zeic ... e/index.do
Auch wenn ich versuchen wollte, Liebe zu beschreiben, wenn ich sie erfahre, bin ich sprachlos. - Rumi
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von Arife »

Ist es so, dass Glaube Mut erfordert? Kann man nicht einfach still und heimlich für sich glauben, niemandem nennen was genau es nun eigentlich ist (an das man glaubt)? Oder muss man der Welt mitteilen was in seinem Kopf und Herzen vorsich geht, ist es sonst nur Schmu wenn ich nicht dazu stehe?
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von nurhrii »

Arife hat geschrieben:Ist es so, dass Glaube Mut erfordert? Kann man nicht einfach still und heimlich für sich glauben, niemandem nennen was genau es nun eigentlich ist (an das man glaubt)? Oder muss man der Welt mitteilen was in seinem Kopf und Herzen vorsich geht, ist es sonst nur Schmu wenn ich nicht dazu stehe?
Kann man schon. Das Problem ist aber, dass es immer Leute geben wird, die genau das nicht verstehen und sich gerne in Deine Angelegenheiten, insbesondere was Glauben angeht, meinen, sie müssen sich einmischen. Das grummelt mich am Allermeisten... :roll:
Auch wenn ich versuchen wollte, Liebe zu beschreiben, wenn ich sie erfahre, bin ich sprachlos. - Rumi
malaika

Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von malaika »

Arife hat geschrieben:Ist es so, dass Glaube Mut erfordert? Kann man nicht einfach still und heimlich für sich glauben, niemandem nennen was genau es nun eigentlich ist (an das man glaubt)? Oder muss man der Welt mitteilen was in seinem Kopf und Herzen vorsich geht, ist es sonst nur Schmu wenn ich nicht dazu stehe?
Eine ähnliche Diskussion hatten wir ja kürzlich erst, ich glaube in Anisahs Vorstellungs-Strang. Da habe ich ja zum Beispiel auch geschrieben, dass ich mich von meinen Glaubensgrundsätzen her durchaus als Muslima bezeichnen könnte, das aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht will.

Ich könnte mich wahrscheinlich ebenso als Hindu oder Wicca oder Buddhistin bezeichnen, das ist vielleicht Teil meines "Problems", ich erkenne in vielen Religionen die Wahrheit. Welche man dann letzendlich für sich beansprucht, ist meiner Meinung nach nur eine Frage persönlicher Neigung.

Aber ob DU still und heimlich für dich glauben oder der Welt deine Überzegungen mitteilen willst -- das kannst nur du für dich selber entscheiden. :smilingplanet:

Ich finde schon, dass man sozusagen im stillen Kämmerlein glauben kann ohne es zu benennen. (Ich würde dazu sagen: ohne sich selber ein Etikett anzuheften.)

Ich finde auch nicht, dass es für einen schwachen Glauben steht oder, wie du es ausdrückst "nur Schmu" ist, wenn man sich nicht öffentlich zu seinen Überzeugungen äußert oder sich als zu einem bestimmten Glauben zugehörig definiert.

Aber -- das ist auch nicht immer einfach, denn wir Menschen neigen nun einmal dazu, uns selber und andere zu kategorisieren, in Schubladen zu stecken, und das ist ja auch nicht nur negativ. Manchmal kann es durchaus hilfreich sein, wenn man andere aufgrund ihres "Etiketts" einordnen kann. Wenn du allerdings findest, dass das Etikett "Muslim" bei dir persönlich vielleicht eher zu Missverständnissen führen würde, eben weil deine Überzeugungen weder mit dem Stereotyp, dass viele Nichtmuslime haben, noch mit den Erwartungen der Durchschnittsmuslime übereinstimmen ... dann wird dir wohl oder übel nichts anderes übrig bleiben als mehr oder weniger im stillen Kämmerlein deinen Glauben zu praktizieren.

Das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung. :)


Und was die hier erwähnten Symbole angeht ... Ich habe einen Anhänger mit einer islamischen Kalligrafie, den ich sehr gerne trage (siehe hier), ich habe aber auch eine sehr archaisch wirkende Kette mit einem abstrahierten koptischen Kreuz. Und ein schönes Omm werde ich mir bestimmt auch irgendwann mal kaufen und würde es auch tragen, ebenso wie eine Triskele. Diese Dinge haben für mich persönlich eine Bedeutung; und wenn ich in dem Augenblick, wo ich sie trage, von irgendjemandem in irgendeine Schublade gesteckt werde, ist mir das eigentlich egal.
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von Beate »

ich halte mich da an folgenden Vers:

2, 271 Wenn ihr Almosen offenkundig gebt, so ist es angenehm, und wenn ihr sie verbergt und sie den Armen gebt, so ist es besser für euch und sühnt eure Missetaten. Und Allah ist eures Tuns kundig.
Sure 18
[103] Sprich: "Sollen Wir euch die nennen, die bezüglich ihrer Werke die größten Verlierer sind?
[104] "Das sind die, deren Eifer im irdischen Leben in die Irre ging, während sie meinen, sie täten gar etwas Gutes."
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Re: Äußerlichkeiten

Beitrag von noor42 »

Salam, Anisah!
Interessante Einsichten. Ich erinnere mich, als ich vor 8 Jahren erstmals anfing zu beten, war das Aufziehen des Kopftuchs ein Riesenschritt. Ich fühlte mich total anders, näher und-wie du sagst-gesammelter. So gigng es mir auch ein Jahr später, als ich draußen das Kopftuch trug. Danach kamen verschieden Phasen, aber im Laufe der Zeit wurde das "Außen-Kopftuch", wie ich es nenne möchte, ein Teil meiner normalen Bekleidung und dementsprechend ging auch dieses Gefühl verloren, ein anderer M.ensch zu werden, so wie ich es zu Beginn hatte. Mein "Gebetskopftuch" jedoch, das liebe ich heiß und innig. Es hilft mir immer wieder, auch wenn die wildesten Stürme um mich brausen, ein Stück zurückzutreten und mich Allah zu nähern.
Was du im Moment fühlst, ist ein besonderer Moment. Du schaust ja schon genau hin, was es mit dir macht. Ich war damals viel unreflektierter. Ich kenne allerdings auch viele konvertierte Frauen, die tatsächlich neue Menschen wurden und die mit allem,was vor ihrer Konvertierung war(auch charakterlich), Vorlieben und Hobbies abgeschlossen haben. Bei mir war das nicht so. Je älter ich werde, desto mehr kommt mein altes Ich zum Vorschein, sehr zum Leidwesen meiner mich umgebenden muslimischen Umwelt.
Das muss man später alles für sich selbst klären. Ich wünsche dir viel Glück auf deinem Weg. Genieße auch die Reise, nicht nur nur das Ankommen.(Falls wir jemals ankommen)

Wasalam Noor42
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