"Binationale Ehen / Beziehungen"

Wie leben Muslime in Deutschland, Österreich, der Schweiz usw.? (für Gäste lesbar)
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mamamia
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von mamamia »

Mena hat geschrieben: Also ich versuchs trotzdem mal. Woher weißt Du denn, wie eine Familie in islamischen Ländern "funktioniert"? Ich sehe da keinen so großen Unterschied. Geh mal nach Bayern auf's Land. Dort wirst Du eine Menge an Hausfrauen finden und das Familienoberhaupt ist der Mann.
Und was hat das jetzt damit zu tun, dass in einem islamischen Land die Ehefrau per se nicht unterhaltspflichtig ist?

In Deutschland hängt das nicht vom Geschlecht ab, sondern davon, ob jemand überhaupt Einkommen hat.
Mena hat geschrieben: In meiner Arbeit habe ich auch Kundenkontakt bei extrem eskalierenden Vorgängen. Du glaubst nicht, wie viele deutsche Frauen mich an Ihre Männer verweisen, weil sie das nicht entscheiden können!

Es ist ein Schubladendenken, wenn man sagt: Islam = Rückständig, Nichtislam=Offen und gleichberechtigt. Unterdrückung gibt es auf beiden Seiten.
Das is mir duchaus klar.

Ich meinte: Wenn ich unter einer Gesetzgebung leben muss, die mir die Rechte abspricht, dann nehme ich sicher außerhalb der mir auferlegten Pflichten genau gar nichts wahr.
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mamamia
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von mamamia »

Lila hat geschrieben:Also entweder die letzten Seiten waren lose Gedankenspielereien in hoher Tonlage, deren Realitätsbezug sich immer mehr aufgelöst hat, oder Ihr wolltet vorführen, dass verantwortliches Muttersein mit islamischen Familienrecht nicht wirklich paßt? :roll:
Ich für meinen Teil wollte vorführen, dass finanzielle Verantwortung der Mutter im islamischen Recht schlicht nicht vorgesehen ist.

Wenn sie trotzdem diese Verantwortung tragen möchte - sowieso. Wenn Frau statt dessen ihre Almosen (denn als Almosen werden ihr Aufwendungen für die eigenen Kinder angerechnet) lieber andere Menschen gibt - auch gut.
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von Birtanem »

mamamia hat geschrieben: Ich für meinen Teil wollte vorführen, dass finanzielle Verantwortung der Mutter im islamischen Recht schlicht nicht vorgesehen ist.
Soweit kann ich sowohl folgen als auch zustimmen, aber bei solchen Sprüchen
Wenn sie trotzdem diese Verantwortung tragen möchte - sowieso. Wenn Frau statt dessen ihre Almosen (denn als Almosen werden ihr Aufwendungen für die eigenen Kinder angerechnet) lieber andere Menschen gibt - auch gut.
frag ich mich echt, ob Dir irgendwas Grundlegendes fehlt.
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von mamamia »

Birtanem hat geschrieben:
Wenn sie trotzdem diese Verantwortung tragen möchte - sowieso. Wenn Frau statt dessen ihre Almosen (denn als Almosen werden ihr Aufwendungen für die eigenen Kinder angerechnet) lieber andere Menschen gibt - auch gut.
frag ich mich echt, ob Dir irgendwas Grundlegendes fehlt.
Wieso mir? Das ist geltendes islamisches Recht.

Vermutlich fehlt mir grundlegend das Opfergen, dass dazu führt, dass ich mich mehr als nötig an Dingen beteilige, bei denen ich nichts zu plauschen habe.
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von Beate »

Aber mamamia, selbst in der islamischen Welt haben sich die Verhältnisse verändert. Alle Frauen aus der Verwandtschaft meines Mannes sind berufstätig, und zwar nicht, damit sie im Luxus leben können, sondern schlicht und ergreifend, weil das Leben mittlerweile teuer geworden ist und man, sobald man mehr als zwei Kinder hat, schlicht und ergreifend hohe Ausgaben hat.Das meinte ich ja mit Notstandsgesetzen.
Sure 18
[103] Sprich: "Sollen Wir euch die nennen, die bezüglich ihrer Werke die größten Verlierer sind?
[104] "Das sind die, deren Eifer im irdischen Leben in die Irre ging, während sie meinen, sie täten gar etwas Gutes."
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von mamamia »

Beate hat geschrieben:Aber mamamia, selbst in der islamischen Welt haben sich die Verhältnisse verändert. Alle Frauen aus der Verwandtschaft meines Mannes sind berufstätig, und zwar nicht, damit sie im Luxus leben können, sondern schlicht und ergreifend, weil das Leben mittlerweile teuer geworden ist und man, sobald man mehr als zwei Kinder hat, schlicht und ergreifend hohe Ausgaben hat.Das meinte ich ja mit Notstandsgesetzen.
Ich sprach vom islamischen Recht und einem Land, wo dieses gilt. Und da wäre ich nicht bereit, mehr als meine Pflicht zu tun.

Dass es für viele Familien Usus ist, dass beide Elternteile arbeiten und finanzieren, ist mir klar. Leider ist es aber so, dass die Männer keineswegs dran denken, einen Teil der "weiblichen" Pflichten zu übernehmen (ich kenne eine achtfache, vollzeit berufstätige Frau mit zwei Jobs, die jeden Tag Fleisch für ihren Mann kocht, weil ER sich das so wünscht, obwohl sie gesundheitlich aus dem letzten Loch dampft - und ihr ihre Ärzte dringend zur Ruhe raten; und da wäre der Herr mit mir halt arm dran, weder kochen noch bezahlen würde ich, ich kann da sehr stur werden, wenn ich merke, mann nutzt mich aus).

Aus der Verwandtschaft meines Ex sind schon seit 1970 alle Frauen berufstätig. Und behalten ihre Kohle für sich selbst oder geben sie für ihre Kinder aus, wie sie lustig sind, aber verpflichtet fühlen sie sich dazu eben nicht.
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chrikru

Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von chrikru »

mamamia hat geschrieben:Leider ist es aber so, dass die Männer keineswegs dran denken, einen Teil der "weiblichen" Pflichten zu übernehmen...
Sie übernehmen ja oftmals noch nicht mal ihre eigenen Pflichten. :tuedeltue:

Ich stimme zwar jetzt nicht mit mamamia's Aussagen komplett überein, aber ich kann sie gut verstehen. Es gibt nunmal islamische Ehemänner,die ihre islamischen Pflichten und ihre Familie vernachlässigen, oder Dinge tun, die aus unserer Sicht nicht richtig sind, und sich dann auf den Islam beruft. mamamia tut genau dasselbe:
Sie schreibt über eine theoretische Situation und wie sie sich dann zu ihren Gunsten auf den Islam berufen würde. Sie würde halt die Männer, die (u.a. auch) zu Ungunsten der Frau konservative islamische Regeln durchsetzen, mit ihren eigenen Waffen schlagen.
Damit würde sie zwar nach Meinung der meisten unverantwortlich/seltsam/gefühllos oder was auch immer handeln, wäre aber nach islamischen Regeln immer noch "besser" als muslimische Männer, die z.B. zu faul zum Arbeiten sind und die Frau arbeiten lassen.

Zum Glück hat sich vielerorts da schon einiges getan, und es ist normal, dass die Frauen auch arbeiten, wenn sie es wollen oder es notwendig ist. Und es sollen sogar schon muslimische Männer gesichtet worden sein, die im Haushalt helfen...
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Beate
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von Beate »

ja, aber vielleicht hängt das ja damit zusammen, dass man ihnen jahrhundertelang eingebläut hat, dass das nicht ihre Pflicht sei.
Ich finde diese Rollenteilung halt wirklich an der Realität vorbei.
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von malaika »

Beate hat geschrieben:Ich finde diese Rollenteilung halt wirklich an der Realität vorbei.
Absolut.
Mena
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von Mena »

mamamia hat geschrieben:
Beate hat geschrieben:Aber mamamia, selbst in der islamischen Welt haben sich die Verhältnisse verändert. Alle Frauen aus der Verwandtschaft meines Mannes sind berufstätig, und zwar nicht, damit sie im Luxus leben können, sondern schlicht und ergreifend, weil das Leben mittlerweile teuer geworden ist und man, sobald man mehr als zwei Kinder hat, schlicht und ergreifend hohe Ausgaben hat.Das meinte ich ja mit Notstandsgesetzen.
Ich sprach vom islamischen Recht und einem Land, wo dieses gilt. Und da wäre ich nicht bereit, mehr als meine Pflicht zu tun.

Dass es für viele Familien Usus ist, dass beide Elternteile arbeiten und finanzieren, ist mir klar. Leider ist es aber so, dass die Männer keineswegs dran denken, einen Teil der "weiblichen" Pflichten zu übernehmen (ich kenne eine achtfache, vollzeit berufstätige Frau mit zwei Jobs, die jeden Tag Fleisch für ihren Mann kocht, weil ER sich das so wünscht, obwohl sie gesundheitlich aus dem letzten Loch dampft - und ihr ihre Ärzte dringend zur Ruhe raten; und da wäre der Herr mit mir halt arm dran, weder kochen noch bezahlen würde ich, ich kann da sehr stur werden, wenn ich merke, mann nutzt mich aus).

Aus der Verwandtschaft meines Ex sind schon seit 1970 alle Frauen berufstätig. Und behalten ihre Kohle für sich selbst oder geben sie für ihre Kinder aus, wie sie lustig sind, aber verpflichtet fühlen sie sich dazu eben nicht.
Natürlich gibt es diese Seite auch. Meine eigene Schwester hat 2 Jobs, 3 Kinder und ein Pascha der von vorn bis hinten bedient wird. Sie ist nur noch gereizt und krank und ihn interessiert es nicht. Das Ähnliche kenne ich aber auch von einer deutschen Kollegin. Halbtagsjob, 2 Kinder, 1 Hund, hilfsbedürftige Eltern und einen "deutschen" Pascha, der jeden Abend sein "warmes" Essen will. Das hat etwas mit Erziehung zu tun. Meinem würde ich das definitv nicht durchgehen lassen. Okay er hat Glück ist eh nie da. Aber wenn, dann hat er genau die gleiche Verantwortung für Haus und Kind (mittlerweile auch groß) wie ich.
mamamia
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Re: "Binationale Ehen / Beziehungen"

Beitrag von mamamia »

Mena hat geschrieben: Das Ähnliche kenne ich aber auch von einer deutschen Kollegin. Halbtagsjob, 2 Kinder, 1 Hund, hilfsbedürftige Eltern und einen "deutschen" Pascha, der jeden Abend sein "warmes" Essen will. Das hat etwas mit Erziehung zu tun. Meinem würde ich das definitv nicht durchgehen lassen. Okay er hat Glück ist eh nie da. Aber wenn, dann hat er genau die gleiche Verantwortung für Haus und Kind (mittlerweile auch groß) wie ich.
Ja, logo gibt es das auch in Europa.

Der Unterschied ist, dass in Europa die Frau verpflichtet ist, bei eigenem Einkommen zum Familienunterhalt beizusteuern, da kann sie notfalls schlicht geklagt werden. Der Mann ist auch dazu verpflichtet, so nicht eine Hausfrau da ist, seinen Anteil am Haushalt zu machen etc. Mal ehrlich, wenn Frau ins Familienunternehmen Kohle einfließen lässt und die Arbeit alleine erledigt, während der Pascha die Patschen hochlegt, dann liegt es in Europa nun mal an ihr, sie könnte es auch sein lassen (und Krieg riskieren, eh klar, aber ganz ohne Kampfbereitschaft gehts halt nicht, wenn man nicht überfahren werden möchte).
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