chadidschaP hat geschrieben:Liebe Vitoria
erstens wurde seine Nichtexistenz ebensowenig wissenschaftlich*) bewiesen und zweitens sagte ich ja nicht "glauben" im religiösen Sinn - einfach nur glauben = sich festlegen. Obwohl - Glauben, dass Gott existiert und Glauben, dass Gott nicht existiert sind schon irgendwie verwandte Vorgänge, oder nicht?
Ich bezeichne meine eigene vorislamische Einstellung lieber als "Nichts-Glauben" denn ich beschränkte mich nie auf "eines von beidem" sondern war der Überzeugung, es gäbe da unendlich viele Möglichkeiten, auch für den menschlichen Verstand nicht vorstellbare.
*) seine Existenz ist für einen Glaubenden zwar nicht wissenschaftlich aber durch die Schöpfung selbst bewiesen
Chadidscha, Nichtexistenz von etwas lässt sich nicht beweisen. Kennst Du Bakmak? Bakmak meldet sich ab und zu bei mir, und wenn er gut gelaunt ist und ich ihn nett darum gebeten habe, erfüllt er mir auch manche Wünsche, kürzlich erst den nach Genesung von einer Krankheit. Du glaubst, den habe ich mir nur ausgedacht? Dann beweise mal, dass Bakmak nicht existiert!
Außerdem ist immer derjenige beweispflichtig, der etwas als Tatsache behauptet. Wer behauptet, dass Gott existiert, muss dessen Existenz beweisen, wenn er will, dass man ihm glaubt, dass er die Wahrheit sagt. Das gilt hierfür ebenso wie für Gespenster, Ufos und grüne Marsmännchen.
Glauben, dass Gott existiert, und glauben, dass Gott nicht existiert, sind meiner Meinung nach keineswegs verwandte Vorgänge. Das erste ist, was ich mal eine gefühlte Wahrheit nennen möchte, das zweite ist die rationale Reaktion auf den ausbleibenden (wissenschaftlichen) Wahrheitsbeweis.
Dass die Existenz Gottes für den an ihn Glaubenden durch alles mögliche bewiesen ist, glaube ich gern, nur hat das für den Außenstehenden keine Beweiskraft.