Seligsprechung

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jasmin83

Re: Seligsprechung

Beitrag von jasmin83 »

Ah mom. Seelig srechen.
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Birtanem
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Re: Seligsprechung

Beitrag von Birtanem »

jasmin83 hat geschrieben:Ok dann sage ich jetzt das ich es ok finde ihn Heillig zu sprechen ,weil er ein wunder ist aber nicht,weil er ein Wunder vollbracht hat.
Mach doch eine Eingabe beim Vatikan :roll: Irgendwie habe ich das Gefühl, die wird nicht interessieren, daß Du Dich an der Formulierung stösst.
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jasmin83

Re: Seligsprechung

Beitrag von jasmin83 »

Ne die bestimmt nicht aber villeicht den ein oder anderen hier.
Aber da hier halt geschrieben wurde das er seelig gesprochen werden soll, weil er ein wunder vollbracht haben soll habe ich meine meinung und meine sicht dazu geäussert.
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Mechthild
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Re: Seligsprechung

Beitrag von Mechthild »

Zu JP2:
Da gibt es diese Ordensschwester, die behauptet auf seine Fürsprache hin vom Parkinson geheilt worden zu sein. natürlich könnte man eine solche Spontanheilung (so sie denn wirklich stattgefunden hat), bestimmt mit einem riesigen Placeboeffekt auch naturwissenschaftlich erklären. Aber dass die Persönlichkeit eines Menschen bein einem anderen solch einen umwerfenden Prozess auslöst ist zumindest... bemerkenswert.

Wofür Heilige und Selige gut sind?
Für manche als Ansprechspartner.
Für manche als Vorbild.
Für andere für gar nichts, aber sie stören auch nicht weiter.

Und natürlich ist die voreilige Seligsprechung von JP2 Politik von B16. Einerseits hat er dem "subito santo" nachgegeben, andererseits wollte er diese schöne Feier doch noch miterleben un selber zelebrieren.
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Re: Seligsprechung

Beitrag von Mechthild »

jasmin83 hat geschrieben:Ne die bestimmt nicht aber villeicht den ein oder anderen hier.
Aber da hier halt geschrieben wurde das er seelig gesprochen werden soll, weil er ein wunder vollbracht haben soll habe ich meine meinung und meine sicht dazu geäussert.
Das Wunder hat sich erst ereignet als das JP2 schon im "Ruf der Heiligkeit" stand.
jasmin83

Re: Seligsprechung

Beitrag von jasmin83 »

Auf jeden fall bemerkenswert, villeicht auch wirklich ein wunder aber meiner meinung nach ist dann eher er selbst das Wunder.Und voreilig finde ich die Seligsprechung nicht wirklich, klar gibt es auch eine gewisse zeit die man warten sollte(habe ich mal gehört) aber wenn er doch wirklich als "werkzeug" von Gott "benutzt" wurde ist das ja auch in ein paar jahren noch so. Und ich kann auch verstehen das er diese Feier selbst zelebriern möchte, ich meine sowas gibt es ja nicht jeden Tag.
jasmin83

Re: Seligsprechung

Beitrag von jasmin83 »

Wie meinst du deine letzten Beitrag ,mit meinem Zitat? Will nicht provozieren, verstehe es echt nicht :oops:
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Re: Seligsprechung

Beitrag von Mechthild »

Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass ein Wunder nur ein Aspekt in einem Seligsprechungsprozess ist. :keks:
So ein Prozess ist ein ziemlicher Bürokratisssimus, daher auch meine Bemerkung über die "Voreiligkeit", B16 hat die Fünfjahresfrist nicht ganz eingehalten.
jasmin83

Re: Seligsprechung

Beitrag von jasmin83 »

Erstmal denke für den Keks.
Jetzt hab ich verstanden was du meinst :oops:
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Elisabeth
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Re: Seligsprechung

Beitrag von Elisabeth »

Mechthild hat geschrieben:
Wofür Heilige und Selige gut sind?
Für manche als Ansprechspartner.
Für manche als Vorbild.
Für andere für gar nichts, aber sie stören auch nicht weiter.
Ich dachte, diese Nonne war ihm gar nciht persönlcih begenet? Ich glaube durchaus an solche "Spontanheilungen" - auch wenn sie selten spontan sind!

Gut, aber was ändert das an der Vorbildwirkung oder der hohen Meinung die ich von jemandem habe?
Für mich persönlich war Johannes Paul auch inspiritueller Hinsiche eine Art Vorbild - zumindest mehr als Benedikt. Aber was ändert diese "Beförderung" ;) daran?
Ich bin aber auch nicht katholisch, vielleicht verstehe ich es ja deshalb nciht oder das ist der Grund, warum ich es nciht bin. :nixweiss::
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Re: Seligsprechung

Beitrag von Mechthild »

Ich dachte, diese Nonne war ihm gar nciht persönlcih begenet? Ich glaube durchaus an solche "Spontanheilungen" - auch wenn sie selten spontan sind!
Na eben, das Wunder muss sich nach dem Tod des Kandidaten ereignen, um sicher zu gehen, dass er "vom Himmel" aus wirkt. :)
Gut, aber was ändert das an der Vorbildwirkung oder der hohen Meinung die ich von jemandem habe?
Für mich persönlich war Johannes Paul auch inspiritueller Hinsiche eine Art Vorbild - zumindest mehr als Benedikt. Aber was ändert diese "Beförderung" daran?

Für dich nichts ;) , und für die meisten Katholiken auch nichts, die meisten werden schon entschieden haben, ob sie ihn verehren wollen oder nicht. ("Mein" Heiliger wird er wohl nicht werden.)
Eine Heiligsprechung ist so etwas wie ein offizielles Vertrauensvotum, vielleicht mit einem TÜV-Siegel vergleichbar.
JCProject

Re: Seligsprechung

Beitrag von JCProject »

Wenn ich grad mal zur Ausgangsfrage zurückkehren darf... ;)
Das ist nämlich wirklich nicht einfach, und auch die meisten Katholiken können es nicht gut erklären, weil dahinter eine lange 2000jährige Geschichte steht.

Paulus nennt in seinen Briefen im Neuen Testament der Bibel die Christen in den Gemeinden, an die er schreibt, "Heilige". Sie sind getauft und gehören damit zu Gott. Deshalb sind sie heilig. Was Gott gehört, ist heilig, weil Gott heilig ist.

Zunächst beteten Christen an den Gräbern der Märtyrer (d.h. Zeugen) - also derer, die (im damaligen Römischen Reich) getötet wurden, weil sie auch unter Androhung des Todes sich weiterhin zu ihrem Glauben bekannten und für ihre Überzeugung starben. An ihren Gräbern fühlten sich die Christen mehr in der Nähe von denen, die wirklich alles gegeben hatten.

Im Neuen Testament der Bibel sagt Jesus im 15. Kapitel des Evangeliums nach Johannes, Vers 16: "Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt."
Genau das hat er, so erzählt es das Neue Testament, selbst getan. Und es ist ein vollendetes Christsein, aus Liebe dasselbe zu tun. Wenn jemand dies widerfährt, wird er mit seinem ganzen Leben zum Zeugen (Märtyrer, von altgriechisch martyrein = Zeugnis ablegen, bekennen) der Liebe Gottes.

Christen haben immer füreinander gebetet. Es war nicht weiter verwunderlich, dass man die schon zu Gott heimgekehrten Zeugen des Glaubens, die man im Leben gekannt hatte, auch nach ihrem Tod um Fürbitte bat. Die ihr Leben gegeben hatten, genossen (nun ja, sie erlebten es nicht mehr auf Erden...) hohes Ansehen und Verehrung.

Viele fühlten sich jedoch wohl selbst nicht so heilig... denn das Bedürfnis nahm zu, diese heiligen Menschen "an der Seite" zu wissen, die als näher bei Gott gelten und von denen man annahm, dass sie daher bei ihm Fürsprache einlegen können.

Als der christliche Glaube im Römischen Reich erlaubt und später Staatsreligion wurde, gab es nur noch selten Blutzeugen und es wurden auch solche Christen nach ihrem Tod verehrt, die vorbildlich gelebt hatten, ohne dass sie das ihr Leben gekostet hat. Der Verehrung dieser Heiligen kam immer größere Bedeutung zu.

In der Römischen Kirche wurde später ein formaler Prozess eingeführt, um sicherzustellen, dass nur die "echten" Heilgen verehrt wurden. Es wird überprüft, ob sie tatsächlich in ihrem Leben so gelebt hatten, wie es dem Willen Gottes entspach. Das kennen wir noch heute als Selig- bzw. Heiligsprechungsverfahren. In der Liturgie der Eucharistiefeier (dem zentralen katholischen Gottesdienst) sollen offiziell (!) nur diese Heilgen angerufen werden.
In jedem Fall geht dem jedoch die Verehrung der Heiligen durch die "normalen" Christen voraus. Das Verfahren bestätigt also, was "mit gutem Grund" schon geglaubt wird: Dass der Heilige schon bei Gott angekommen ist.
In den Orthodoxen Kirchen gibt es ebenso Heilige, jedoch kein solches formales Verfahren, sondern die Anerkennung liegt in der Hand der Bischöfe.

Eine Seligsprechung ist im Prinzip nichts anderes als eine Heiligsprechung. Jeder Heiligsprechung geht eine Seligsprechung voraus.
Für die Seligsprechung muss ein Wunder bezeugt sein, für die Heiligsprechung ein weiteres. Wunder (meist unerwartete Heilungen nach Anrufen des zukünftigen Heiligen um Fürsprache bei Gott) sollen bestätigen, dass der künftige Selige sich schon bei Gott aufhält, da er dazu in der Lage ist, bei diesem etwas zu bewirken. Dies gilt sofern es sich nicht um einen Märtyrer handelt, denn bei diesen geht die Kirche von jeher davon aus, dass sie schon bei Gott angekommen sind.
Genaueres zum Ablauf findet Ihr bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Seligsprechung


Vielleicht hilft das der einen oder dem anderen weiter, ein wenig mehr zu verstehen, was da überhaupt passiert in der Katholischen Kirche.

VLG
JCProject
Vitoria

Re: Seligsprechung

Beitrag von Vitoria »

JCProject hat geschrieben:Als der christliche Glaube im Römischen Reich erlaubt und später Staatsreligion wurde, gab es nur noch selten Blutzeugen (...)
Eher immer häufiger. Man nannte sie später Ketzer (s. Katharer). Ihnen wurde buchstäblich so sehr eingeheizt, dass sie in immer größerer Zahl zu Blutzeugen ihrer religiösen Überzeugung und ihres Gewissens wurden.
Vielleicht hilft das der einen oder dem anderen weiter, ein wenig mehr zu verstehen, was da überhaupt passiert in der Katholischen Kirche.
Eigentlich nicht so richtig. Aber die Wege der Katholischen Kirche sind eben oft wunderbar und dem nichtkatholischen Verstand nicht ohne weiteres erschließbar.

Gruß
Vitoria
Helga
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Re: Seligsprechung

Beitrag von Helga »

Vitoria hat geschrieben: Eigentlich nicht so richtig. Aber die Wege der Katholischen Kirche sind eben oft wunderbar und dem nichtkatholischen Verstand nicht ohne weiteres erschließbar.
Das haben alle religiöse Ansichten irgendwie gemeinsam :mrgreen: Trotzdem spannend zu lesen was diese Selig- und Heiligsprechung eigentlich ist. Als nächstes finde ich vielleicht raus was Kommunion und Firmung ist.
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princesa
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Re: Seligsprechung

Beitrag von princesa »

irgendwie verstehe ich aber immer noch nicht für was es gut sein soll, oder für was man die Heiligen braucht...
(ich war übrigens auch mal katholisch und diese Heiligensache eins meiner Grundprobleme)

Soweit ich es jetzt mitbekommen habe:

Gott wirkt durch bestimmte Personen in Form von Wundern, diese Personen werden dann heilig gesprochen, damit man sich an sie wenden kann.

Warum soll man sich überhaupt an sie wenden? Was können sie denn bewirken? Wenn sie nur das Instrument Gottes sind, muss man sich doch an Gott selbst wenden!

Die Heiligenverehrung kommt mir immer ein bischen wie ein Relikt bzw. eine Verbindung mit der römischen Götterwelt vor, die ja auch für "jedes Wehwehchen" einen Gott hatte. So wie es bei den Katholiken für "jedes Wehwehchen" einen speziellen Heiligen gibt...?!? Für meinen Geschmack grenzt das an Beigesellung anderer Götter... die Abgrenzung zu polytheistischen Religionen ist mir so nicht deutlich genug.

Bitte fühlt euch nicht angegriffen wenn die Wortwahl so plakativ ist, ich will niemanden provozieren, ich verstehe es nur einfach nicht...

Danke für Aufklärung!
Wassalam!


PS: Ganz abgesehen davon finde ich es schon etwas absonderlich, eine Blutkonserve rumzutragen....
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