marion hat geschrieben:Ja.
Sich an seiner eigenen Seele zu vergehen ist, denke ich, immer der Ausgangspunkt für Verbrechen jeder Art. Wenn man sich selbst schätzt, achtet und seinen Wert kennt, schätzt und achtet man auch das Gegenüber.
Man kann aber auch anders argumentieren. Einige Psychologen behaupten, dass manche Menschen anderen Menschen Gewalt zufügen, um sich selbst psychisch (oder seelisch, je nachdem wie man
das nennen möchte) zu entlasten.
Ich habe neulich das Buch einer Autorin rezensiert, die davon ausging, dass nur seelisch kranke Menschen Gewalt ausüben oder freiwillig in Beziehung zu einem Menschen treten, der Gewalt gegen sie selbst ausübt (z.B. Frauen, die sich einen gewalttätigen Mann als Partner wählen: keine seelisch gesunde Frau würde das nach Ansicht der Autorin machen).
Wenn nun diese seelisch kranken Menschen Gewalt ausüben, dann tun sie dies jedoch meist völlig unbewusst und nicht in der gezielten Absicht andere zu schädigen oder sie gar zu zerstören. Wie gesagt: das ist die Theorie dieser Dame, und solche Thesen sind unter diversen Psychologen, Hirnforschern, Soziologen etc. recht weit verbreitet. Da all diese gewaltausübenden Menschen jedoch seelisch krank und damit quasi unzurechnungsfähig sind, sind sie auch nicht verantwortlich für ihre Taten. Denn sie geschehen ja nicht absichtlich, sondern diese Menschen handeln nur gewalttätig, um sich unbewusst von eigener seelischer Bedrängnis Linderung zu verschaffen.
Ich widerspreche da allerdings energisch. Ich sehe es auch eher so, dass man für die ausgeübte Gewalt verantwortlich ist. Vielleicht nicht in jedem Fall (wenn jemand wirklich unter einer Psychose leidet z.B.). Aber ansonsten liegt die Verantwortung definitiv beim Individuum. Und ja, ich finde, dass man damit seiner eigenen Seele schadet, auch im Diesseits bereits.